18.08.2026
Knieschmerzen was tun: Ursachen erkennen und die richtigen Schritte einleiten
Knieschmerzen, was tun?.. ist eine der Fragen, die mir in meiner Praxis in Wien 1220 besonders häufig gestellt wird, und das aus gutem Grund. Das Knie ist eines der am stärksten beanspruchten Gelenke des menschlichen Körpers. Es trägt bei jedem Schritt das gesamte Körpergewicht, muss Stöße abfedern, stabilisiert sich selbst durch ein komplexes Zusammenspiel von Bändern und Muskeln und ist gleichzeitig anfällig für Verschleiß, Überlastung und Verletzungen. Wenn es dann schmerzt, ist die Verunsicherung oft groß: Soll ich das Knie schonen oder bewegen? Reicht Wärme oder Kälte? Muss ich zum Arzt oder hilft Physiotherapie? In diesem Beitrag ordne ich diese Fragen für Sie ein.
Von: Lisa-Maria Hirsch
Woher kommen Knieschmerzen überhaupt?
Um die richtige Antwort auf die Frage Knieschmerzen was tun zu finden, muss man zunächst verstehen, wodurch die Beschwerden entstanden sind, denn die Behandlung unterscheidet sich je nach Ursache erheblich. Grundsätzlich lassen sich Knieschmerzen in akute und chronische Beschwerden unterteilen.
Akute Knieschmerzen entstehen meist durch ein konkretes Ereignis: einen Sturz, eine Verdrehung beim Sport, eine plötzliche Fehlbelastung beim Treppensteigen oder eine direkte Verletzung. Hier können Strukturen wie die Menisken, die Kreuzbänder, die Seitenbänder oder die Kniescheibe direkt betroffen sein. Typische Anzeichen für eine strukturelle Verletzung sind eine deutliche Schwellung innerhalb weniger Stunden, ein Instabilitätsgefühl, bei dem das Knie nachgibt, oder starke Schmerzen, die eine Belastung praktisch unmöglich machen.
Chronische Knieschmerzen entwickeln sich hingegen schleichend über Wochen, Monate oder sogar Jahre. Hier spielen häufig Überlastung, muskuläre Dysbalancen, eine ungünstige Beinachse, Übergewicht oder beginnende Verschleißerscheinungen wie eine Arthrose eine Rolle. Auch nach früheren Verletzungen oder Operationen können sich chronische Beschwerden entwickeln, wenn die umliegende Muskulatur nicht ausreichend aufgebaut wurde oder Bewegungsmuster sich dauerhaft verändert haben.
Häufige Ursachen für Knieschmerzen im Überblick
Eine der häufigsten Ursachen für vorderen Knieschmerz ist das sogenannte patellofemorale Schmerzsyndrom, bei dem die Kniescheibe nicht optimal in ihrer Führungsrinne gleitet. Das entsteht häufig durch muskuläre Dysbalancen zwischen den verschiedenen Anteilen des vorderen Oberschenkelmuskels sowie durch eine unzureichende Kontrolle der Hüftmuskulatur, die die Beinachse während der Bewegung stabilisiert.
Schmerzen an der Innen oder Außenseite des Knies deuten häufig auf Probleme mit den Seitenbändern oder dem Meniskus hin, besonders wenn sie durch eine Verdrehung ausgelöst wurden. Schmerzen unterhalb der Kniescheibe, die vor allem bei sportlich aktiven Menschen und Jugendlichen auftreten, deuten oft auf eine Reizung der Patellasehne hin, die sogenannte Patellaspitzensyndrom.
Bei älteren Patientinnen und Patienten sind degenerative Veränderungen des Gelenkknorpels, also eine beginnende oder fortgeschrittene Kniearthrose, eine der häufigsten Ursachen für anhaltende Knieschmerzen. Diese äußern sich typischerweise durch einen Anlaufschmerz nach Ruhephasen, der sich bei Bewegung zunächst bessert, sowie durch ein zunehmendes Steifheitsgefühl.
Was können Sie bei akuten Knieschmerzen selbst tun?
Bei einer frischen Verletzung, zum Beispiel nach einem Umknicken oder einer Verdrehung beim Sport, hat sich in den ersten Tagen das bewährte Vorgehen aus Schonung, Kühlung, Kompression und Hochlagerung bewährt. Kühlen Sie das Knie in den ersten 48 Stunden mehrmals täglich für etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten, um die Schwellung zu begrenzen. Eine leichte Kompression, zum Beispiel durch einen elastischen Verband, kann ebenfalls helfen, während vollständige Ruhigstellung über längere Zeit heute nicht mehr empfohlen wird, da eine zu lange Schonung die Muskulatur schwächt und die Genesung eher verzögert als beschleunigt.
Wichtig ist, das Knie in dieser Phase genau zu beobachten. Wenn die Schwellung innerhalb weniger Stunden stark zunimmt, wenn das Knie instabil wirkt und nachgibt, wenn eine Belastung praktisch unmöglich ist oder wenn Sie ein deutliches Knacken im Moment der Verletzung gespürt haben, sollten Sie zeitnah ärztlich abklären lassen, ob eine strukturelle Verletzung wie ein Band oder Meniskusriss vorliegt.
Was hilft bei chronischen Knieschmerzen?
Bei länger bestehenden, schleichend entstandenen Knieschmerzen sieht die Antwort auf die Frage Knieschmerzen was tun anders aus. Hier ist vollständige Schonung meist das Schlechteste, was man tun kann, weil sie die umliegende Muskulatur weiter schwächt und die Gelenkstabilität verschlechtert. Stattdessen braucht das Knie gezielten, dosierten Belastungsreiz.
Bewegungsformen mit geringer Gelenkbelastung wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking sind ein guter Einstieg, um die Durchblutung zu fördern und die Beweglichkeit zu erhalten, ohne das Gelenk zusätzlich zu reizen. Wichtiger noch ist der gezielte Aufbau der Muskulatur rund um das Knie, insbesondere des vorderen und hinteren Oberschenkelmuskels sowie der Hüftmuskulatur, da eine starke Muskulatur das Kniegelenk erheblich entlastet und stabilisiert.
Auch das eigene Körpergewicht spielt eine relevante Rolle, da jedes zusätzliche Kilogramm bei alltäglichen Bewegungen ein Vielfaches an zusätzlicher Belastung auf das Kniegelenk bringt. Das bedeutet nicht, dass jede Person mit Knieschmerzen automatisch abnehmen muss, aber es ist ein Faktor, den man bei der Ursachensuche und der Behandlungsplanung mit einbeziehen sollte.
Wann ist Physiotherapie bei Knieschmerzen sinnvoll?
Wenn Knieschmerzen länger als zwei bis drei Wochen anhalten, wenn sie trotz Schonung und Eigenmaßnahmen nicht besser werden, wenn sie bei alltäglichen Bewegungen wie Treppensteigen oder Aufstehen aus dem Sitzen wiederkehren, oder wenn Sie nach einer Verletzung unsicher sind, wie Sie die Belastung wieder steigern sollen, ist der Zeitpunkt für eine physiotherapeutische Abklärung gekommen.
In meiner Praxis beginne ich immer mit einer gründlichen Befunderhebung. Ich analysiere, wie Sie sich bewegen, wie stabil Ihr Kniegelenk ist, wie die Kraft und Beweglichkeit der umliegenden Muskulatur beschaffen ist und ob Faktoren wie die Beinachse, die Fußstellung oder die Hüftmuskulatur zur Beschwerdeentstehung beitragen. Sehr oft liegt die eigentliche Ursache für Knieschmerzen nicht direkt im Knie selbst, sondern in einer unzureichenden Kontrolle der Hüfte oder in muskulären Dysbalancen, die das Knie über Monate hinweg fehlbelastet haben.
Auf Basis dieser Befunde entwickle ich einen individuellen Behandlungsplan, der manuelle Techniken zur Verbesserung der Beweglichkeit, gezielte Kräftigungsübungen zum Muskelaufbau sowie eine Anleitung zur richtigen Bewegungsausführung im Alltag umfasst. Ziel ist es nicht nur, die aktuellen Schmerzen zu lindern, sondern auch die zugrundeliegende Ursache zu behandeln, damit die Beschwerden nicht immer wiederkehren.
Physiotherapie nach einer Knieverletzung oder Operation
Nach einer strukturellen Verletzung, etwa einem Kreuzband oder Meniskusriss, oder nach einer Knieoperation ist die physiotherapeutische Begleitung ein zentraler Baustein der Genesung. In den ersten Wochen geht es darum, Schwellungen zu reduzieren, die Beweglichkeit des Gelenks schrittweise zurückzugewinnen und die umliegende Muskulatur, die durch die Verletzung oder die Operation an Kraft verloren hat, behutsam wieder zu aktivieren.
Im weiteren Verlauf steht der gezielte Aufbau von Kraft, Stabilität und Bewegungskontrolle im Vordergrund, um das Knie auf die Rückkehr zu alltäglichen Belastungen oder sportlichen Aktivitäten vorzubereiten. Dieser Prozess braucht Zeit und Geduld, aber ein strukturiertes physiotherapeutisches Vorgehen macht den entscheidenden Unterschied dafür, ob das Knie langfristig stabil und belastbar bleibt.
Physiotherapie bei Knieschmerzen in Wien 1220
Wenn Sie sich fragen, was bei Ihren Knieschmerzen wirklich zu tun ist, lade ich Sie ein, das gemeinsam in meiner Praxis in Wien 1220 zu klären. In einer 45-minütigen Einheit nehme ich mir ausreichend Zeit für eine gründliche Befunderhebung und die Erarbeitung eines individuellen Behandlungsplans, der zu Ihrer konkreten Situation passt. Als Wahltherapeutin können Sie zudem einen Teil der Kosten über Ihre Krankenkasse rückerstatten lassen. Ich freue mich auf Ihre Anfrage.
Über den Autor:
Lisa-Maria Hirsch
Physiotherapeutin
Ich bin Physiotherapeutin mit Abschluss am FH Campus Wien und biete seit Jahren Physiotherapie in Wien an. Bevor ich meine Ausbildung begann, war ich vier Jahre als Behindertenpädagogin tätig – eine Erfahrung, die mein therapeutisches Handeln bis heute prägt und mir einen besonderen Blick für den Menschen hinter der Diagnose gibt.