15.04.2026

Stoßwellentherapie: Was sie ist, wie sie wirkt und für wen sie geeignet ist

Stoßwellentherapie ist eine Behandlungsmethode, die in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit bekommt, und das aus gutem Grund. Wer mit chronischen Sehnenschmerzen, hartnäckigen Muskelverhärtungen oder Beschwerden kämpft, die auf klassische Physiotherapie nur begrenzt ansprechen, hört von dieser Methode oft zum ersten Mal in meiner Praxis in Wien 1220. Die Reaktion ist meistens dieselbe: neugierig, aber auch etwas skeptisch. In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, was hinter der Stoßwellentherapie steckt, wie sie wirkt, bei welchen Beschwerden sie wirklich sinnvoll ist und was Sie konkret in einer Behandlung erwartet.
Von: Lisa-Maria Hirsch
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Was ist Stoßwellentherapie eigentlich?

Der Begriff klingt technischer als die Behandlung ist. Bei der radialen Stoßwellentherapie werden mechanische Druckwellen erzeugt und gezielt in das betroffene Gewebe geleitet. Diese Druckwellen dringen tief in Muskeln, Sehnen und Bindegewebe ein und lösen dort eine Reihe von biologischen Prozessen aus, die die Heilung des Gewebes anregen. Entstanden ist die Methode ursprünglich aus der Medizin, wo Stoßwellen schon lange zur Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt werden. Im Bereich der Physiotherapie und Orthopädie hat sie sich inzwischen als eigenständige und wissenschaftlich gut belegte Behandlungsform etabliert. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der radialen und der fokussierten Stoßwelle. In meiner Praxis arbeite ich mit der radialen Stoßwelle, die sich besonders gut für die Behandlung von oberflächennahen Strukturen wie Sehnenansätzen, Triggerpunkten und Muskelfaszien eignet. Die Energie wird dabei fächerförmig in das Gewebe abgegeben, was eine großflächigere Wirkung ermöglicht.

Wie wirkt die Stoßwellentherapie im Körper?

Das Besondere an der Stoßwellentherapie ist, dass sie nicht nur kurzfristig lindert, sondern auf zellulärer Ebene echte Heilungsprozesse in Gang setzt. Die eintreffenden Druckwellen regen die Durchblutung im behandelten Gewebe deutlich an. In Bereichen, die durch chronische Überlastung oder Verarbeitungsstörungen schlecht durchblutet sind, ist das entscheidend, denn Gewebe, das nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, heilt nicht. Gleichzeitig werden durch die Stoßwellen Fibroblasten aktiviert, also jene Zellen, die für den Aufbau von Kollagen und damit für die strukturelle Erneuerung von Sehnen und Bindegewebe zuständig sind. Chronisch geschädigtes Sehnengewebe, das sich in einem sogenannten degenerativen Zustand befindet, wird dadurch wieder in einen aktiven Heilungsprozess versetzt. Außerdem wirkt die Stoßwelle direkt auf Schmerzrezeptoren im Gewebe: Durch die wiederholte mechanische Reizung kommt es zu einer Übermüdung dieser Rezeptoren, was die Schmerzwahrnehmung in der behandelten Region deutlich reduziert.

Bei welchen Beschwerden ist Stoßwellentherapie sinnvoll?

Die Stoßwellentherapie ist kein Allheilmittel, aber für bestimmte Beschwerdebilder ist sie außerordentlich wirksam. Besonders gute Ergebnisse zeigt sie bei chronischen Sehnenerkrankungen, die länger als drei bis sechs Monate bestehen und auf andere Behandlungen nur unzureichend angesprochen haben. Zu den häufigsten Anwendungsgebieten zählen Fersensporn und Plantarfasziitis, also Schmerzen an der Fußsohle und am Fersenansatz, die vielen Patientinnen und Patienten besonders morgens beim ersten Auftreten das Leben schwer machen. Auch der Tennisellenbogen und der Golferellenbogen, beides Sehnenreizungen an der Ellenbogeninnenseite oder -außenseite, sprechen sehr gut auf die Stoßwellentherapie an, ebenso wie Achillessehnenbeschwerden, Kalkschulter und chronische Schulterschmerzen durch Sehnenveränderungen der Rotatorenmanschette. Darüber hinaus setze ich die Stoßwellentherapie gezielt bei Triggerpunkten und chronischen Muskelverhärtungen ein, die trotz manueller Behandlung immer wieder auftreten. Gerade bei Patientinnen und Patienten, die über Monate hinweg unter tiefsitzenden Muskelverspannungen leiden, ist die zusätzliche Stoßwellenbehandlung oft der entscheidende Schritt, der die Therapie wirklich vorantreibt.

Was passiert in einer Stoßwellentherapie-Sitzung?

Bevor ich mit der Stoßwellentherapie beginne, findet immer eine gründliche Befunderhebung statt. Ich möchte verstehen, wo genau der Schmerz sitzt, wie lange er schon besteht, welche Behandlungen bereits versucht wurden und ob es medizinische Gründe gibt, die gegen die Anwendung sprechen. Die Stoßwellentherapie ist ein wirksames Werkzeug, aber sie ist nicht für jeden und nicht für jede Situation geeignet. In der eigentlichen Behandlung wird ein spezielles Handstück auf die betroffene Körperstelle aufgesetzt, die vorher mit einem Kontaktgel benetzt wird. Dann werden die Druckwellen in das Gewebe abgegeben. Die Behandlung ist spürbar, gelegentlich auch kurz unangenehm, wenn der Applikator über eine besonders empfindliche Stelle geführt wird. Eine Sitzung dauert in der Regel fünf bis zehn Minuten. In den ersten ein bis zwei Tagen nach einer Stoßwellenbehandlung kann es zu einer leichten Zunahme der Beschwerden kommen, was physiologisch völlig normal und ein Zeichen dafür ist, dass der Heilungsprozess im Gewebe aktiviert wurde. Dieser Reaktion folgt bei den meisten Patientinnen und Patienten eine spürbare Verbesserung.

Wie viele Sitzungen sind notwendig?

Die Anzahl der notwendigen Stoßwellenbehandlungen hängt vom Beschwerdebild, der Dauer der Problematik und dem individuellen Ansprechen auf die Therapie ab. Als Orientierung gilt: Für die meisten chronischen Sehnenerkrankungen sind drei bis sechs Sitzungen im Abstand von etwa einer Woche empfehlenswert. Manche Patientinnen und Patienten sprechen schon nach der zweiten Einheit deutlich an, bei anderen braucht es etwas mehr Geduld. Wichtig ist, zwischen den Sitzungen keine übermäßige Belastung der behandelten Region zu setzen, damit der eingeleitete Heilungsprozess nicht gestört wird. Ich erkläre Ihnen bei jeder Einheit genau, was Sie in der Zeit dazwischen beachten sollten, welche Belastungen sinnvoll sind und welche vermieden werden sollten.

Stoßwellentherapie in Wien 1220: Was Sie bei mir erwartet

In meiner Praxis in Wien 1220 ist die Stoßwellentherapie fester Bestandteil meines Behandlungskonzepts. Ich habe diese Methode in zwei spezialisierten Fortbildungen erlernt, 2023 bei der Firma Allomed und 2024 bei Physioaustria, und wende sie seitdem regelmäßig an. Die Stoßwellentherapie wird bei mir nie isoliert eingesetzt, sondern immer in ein individuelles Behandlungskonzept eingebettet, das auch manuelle Therapie, gezielte Übungen und Beratung zur Eigenbehandlung umfasst. Eine Stoßwellensitzung kostet in meiner Praxis aktuell 65 Euro. Als Wahltherapeutin haben Sie die Möglichkeit, je nach Krankenkasse einen Teil der Kosten rückerstatten zu lassen. Sprechen Sie mich bei der Terminvereinbarung gerne darauf an, ich helfe Ihnen dabei, das Beste aus Ihrem Versicherungsschutz herauszuholen. Wenn Sie in Wien 1220, der Donaustadt oder der näheren Umgebung unter chronischen Sehnenbeschwerden oder hartnäckigen Muskelverhärtungen leiden und sich fragen, ob die Stoßwellentherapie für Sie sinnvoll sein könnte, freue ich mich über Ihre Anfrage.

Über den Autor:

Lisa-Maria Hirsch
Physiotherapeutin
Ich bin Physiotherapeutin mit Abschluss am FH Campus Wien und biete seit Jahren Physiotherapie in Wien an. Bevor ich meine Ausbildung begann, war ich vier Jahre als Behindertenpädagogin tätig – eine Erfahrung, die mein therapeutisches Handeln bis heute prägt und mir einen besonderen Blick für den Menschen hinter der Diagnose gibt.

Häufige Fragen zur Stoßwellentherapie

Ist Stoßwellentherapie schmerzhaft?
Die Behandlung ist spürbar und kann in sehr empfindlichen Bereichen kurz unangenehm sein. Unmittelbar nach der Sitzung und in den ersten ein bis zwei Tagen danach kann es zu einer leichten Zunahme der Beschwerden kommen. Das ist ein normaler Teil des Heilungsprozesses und kein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.
Für wen ist Stoßwellentherapie nicht geeignet?
Es gibt einige Situationen, in denen die Stoßwellentherapie nicht angewendet werden sollte. Dazu zählen unter anderem akute Entzündungen, Blutgerinnungsstörungen oder die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten, Schwangerschaft, Durchblutungsstörungen im betroffenen Bereich sowie nach einer Cortisoninfiltration im betroffenen Gebiet, hier gilt eine Wartezeit von 6 Wochen. Eine gründliche Befunderhebung vor der ersten Sitzung ist daher immer notwendig.
Wie schnell spürt man eine Wirkung?
Das ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Patientinnen und Patienten bemerken bereits nach der zweiten oder dritten Sitzung eine deutliche Verbesserung. Bei anderen dauert es etwas länger, weil das Gewebe zunächst reagieren muss. Chronische Beschwerden, die sich über Monate oder Jahre aufgebaut haben, brauchen in der Regel mehr Geduld als akutere Probleme.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Stoßwellentherapie?
In Österreich ist die Übernahme von Stoßwellentherapiekosten durch die gesetzliche Krankenkasse nicht einheitlich geregelt und hängt von Ihrer jeweiligen Kasse ab. Als Wahltherapeutin stelle ich Ihnen eine Honorarnote aus, mit der Sie bei Ihrer Kasse eine Rückerstattung beantragen können. Wie hoch dieser Anteil ist, erfragen Sie am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse. Ich unterstütze Sie dabei gerne mit den nötigen Unterlagen.
Kann ich Stoßwellentherapie mit anderen Behandlungen kombinieren?
Ja, und das ist sogar der empfohlene Ansatz. In meiner Praxis wird die Stoßwellentherapie immer in ein umfassendes Behandlungskonzept eingebettet. Das bedeutet, dass wir sie mit manueller Therapie, gezielten Kräftigungs- und Mobilisierungsübungen sowie gegebenenfalls mit Triggerpunkt-Therapie kombinieren. Diese Kombination liefert die besten und nachhaltigsten Ergebnisse, weil wir sowohl die akute Gewebereizung behandeln als auch die Ursache der Überlastung angehen.
Was ist der Unterschied zwischen radialer und fokussierter Stoßwelle?
Die radiale Stoßwelle, die ich in meiner Praxis verwende, gibt die Energie fächerförmig in das Gewebe ab und eignet sich besonders gut für oberflächennahe Strukturen wie Sehnenansätze, Muskelfaszien und Triggerpunkte. Die fokussierte Stoßwelle hingegen bündelt die Energie auf einen sehr kleinen Punkt in der Tiefe und wird vor allem in klinischen Einrichtungen bei tiefer liegenden Strukturen eingesetzt. Für die große Mehrheit der typischen Beschwerdebilder in der ambulanten Physiotherapie ist die radiale Stoßwelle die geeignetere und klinisch bestens belegte Methode.

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